Kendô, der Weg des Schwertes, am Kaiserstuhl
Der Turnverein Endingen e.V. bietet zum Frühlingsbeginn an 10 Terminen einen Einführungskurs in die japanische Fechtkunst, Kendô, an. Beginn ist Mittwoch, 25. März 2026 um 20 Uhr in der Gymnastikhalle der Stefan-Zweig-Realschule in Endingen. Die übrigen Termine finden am selben Ort zur selben Zeit statt. Der Zugang zum Übungsraum befindet sich im südlichsten Gebäude am Freiburger Weg. Willkommen sind Interessierte beiderlei Geschlechts ab dem Alter von 12 Jahren. Voraussetzung: organische Gesundheit und normale Konstitution. Mitbringen: einfache Sportkleidung (Hose, T-Shirt), Kendô wird barfuss geübt.
Was ist Kendô? Klassische Kampfsysteme wie Ringen, Boxen, Bogenschießen, Fechten etc. wurden in Japan seit über hundert Jahren nicht nur als Sport, sondern bewusst auch als Charakterschule, als Lebenswege im eigentlichen Sinne weiterentwickelt. Gezielt gefördert werden durch das Kendô innere und äußere Haltung (Stichwort „Rückgrat“), Konzentrationsfähigkeit, Ausdauer, Entschlusskraft, Reaktionsvermögen, sowie last but not least Rücksichtnahme und gegenseitiger Respekt. Von außen betrachtet wirkt diese Budô-Variante lauter, schneller und aggressiver als die meisten Selbstverteidigungssysteme. Tatsächlich repräsentiert Kendo den entscheidenden Moment, in welchem das Vermeiden / Weglaufen als durchaus vernünftige Option einer Konfrontation aus dem Wege zu gehen, nicht mehr in Frage kommt. In Japan praktizieren aktuell etwa zwei Millionen Menschen Kendô. Durch das akkurate Führen des Bambusschwerts, Shinai, spielen vermeintlich entscheidende Faktoren wie Körperkraft, Alter, Geschlecht, Größe und Gewicht im Vergleich zu anderen Kampfsportarten eine kaum ins Gewicht fallende Rolle. So kann jung mit alt, groß mit klein, Weiblein mit Männlein in einer positiven Atmosphäre trainieren. Nur scheinbar paradox kann ernsthaftes und erschöpfendes Fechten so durchaus zu einem Ausdruck gegenseitigen Wohlwollens werden. In einer Zeitströmung, in der diejenigen „mit der größten Klappe“ und den geringsten Skrupeln im Kleinen, wie im Großen, bisweilen am weitesten kommen, birgt das Kendô auch und gerade für eher zurückhaltende bis schüchterne Charaktere ein immenses Potential.
Der Kursleiter, Dr. Stefan Mäder, 6. Dan, betreibt Kendô seit 34 Jahren, davon 4 Jahre in Japan. Bei Interesse weitere Auskünfte und ggf. Anmeldung unter Email: sjdmaeder@aol.com
